Dienstag, 30. Oktober 2007

Die Lieblingsfarbe des Präsidenten



Saakaschwili`s Lieblingsfarbe ist bunt und grell. Persönlich scheint er eine „Verbunterung“ des Landes anzuordnen. Keine Brücke ist vor dem Farbspiel sicher, in den Parks müssen Sträucher und Felsen in wechselnden Farben angestrahlt werden, rote und weiß leuchtende Kunstbäume werden „angepflanzt“ und Fontänen müssen in mindestens 5 Farben erstrahlen und plötzlich beißen sich auch rot, rosa und orange nicht mehr.

Nur das herbstliche Farbspiel des Waldes ist nicht von ihm beeinflusst und daher wirklich traumhaft!

Montag, 29. Oktober 2007

...und unser Wein lebt!

Auf die Straße „fahren“

In Georgien gibt es eine etwas andere Form des Demonstrierens, während wir uns zu Kundgebungen versammeln, steigt hier die Opposition in ihre geliebten Autos und fährt im Autokorso hupend und mit Fahnen geschmückt durchs Land. Dies geschied derzeit mehrfach wöchentlich und für Freitag sind dann doch große Kundgebungen in allen Städten und besonders in Tbilisi geplant. Ziel ist es Sakaschwili zu entmachten. Wir sind gespannt!

Aus eins macht drei, aus zwei macht vier – unterwegs auf georgischer Landstraße

Aus ökologischer Sicht musste ich den georgischen Fahrstil gut heißen: Es wird schlichtweg weniger Fläche versiegelt, wenn man auf einer zweispurigen Straße vierspurig fährt. Bei einem solchen Manöver schrammte unsere eine andere Maršrutka, aber was soll`s. Besonders amüsant ist es auch wenn ein überholendes Auto überholt wird oder zusätzlich noch Kühe am Verkehr teilnehmen.

Samstag, 27. Oktober 2007

Der süße Saft der Trauben

Das sieht jetzt vielleicht etwas diletantisch aus: Traubensaft per Hand gepresst. Es war aber ein grosser Spaß, fast wie im Schlamm spielen. Jetzt hoffen wir nur, dass unsere verbleibende Zeit noch ausreicht den Saft in Wein umzuwandeln. Da in unserem Zimmer weniger als die empfohlenen 15 Grad herrschen, läuft die Fermentation wohl nur verlangsamt. Ja, ja, wir werden noch zu richtigen Weinexperten... Ich halte euch weiterhin auf dem laufenden, etwas Schaun und ein paar Blasen haben sich nach zwei Tagen schon gebildet.


Donnerstag, 25. Oktober 2007

Herbstwanderung

Die Wanderung ist nun schon bald einen Monat her, aber ich möchte Euch die Bilder trotzdem nicht vorenthalten.


Der Kaukasische Salamander, eine endemische Art, im Kochtopf. Er kam halt so aus dem Wasserrohr geflutscht.


Herbstliche Rhododenderfärbung


Mittagspause

Ein paar Eindrücke und Momente

1.Liga Fußballduel in Borjomi und wir sind natürlich dabei.

Ein Auto vollbeladen mit Khakifrüchten. Die Tür geht nur noch notdürftig zu. Heute hat Ieva für unseren morgigen Kindertag 20 kg Obst gekauft und etwa 5 Euro bezahlt. Das erfreut den Obstliebhaber! Von unserem Weinansatz aus 10 kg blauer Trauben werdet ihr sicherlich in nächster Zeit noch mehr hören.

Herbstlicher Anblick im Park von Borjomi.

Nach einem Schwefelbad.

Montag, 15. Oktober 2007

Kachetien - das Paradis





Schon an den Straßen stehen Bäume und Sträucher voller Früchte, man blickt über riesige Weinfelder. Wir helfen bei der Weinlese und werden zum Supra eingeladen.
Fotos: Weinlese in Kachtien. Wein so weit das Auge reicht. Vom Saft zum Wein. Mmh - frische Feigen. Signagi - ein Dorf wid zum Touristenstädtchen ausgebaut. Die Reste der Trauben werden zu Tschatscha verarveitet (georgischer Grappa).

Höhlenkloster von Vardzia



Im Höhlenkloster von Vardzia aus dem 12. Jahrhundert leben auch heute noch Mönche.

Zwischen Bergen und Türmen
















Svanetien – „eine überbewertete Schweiz mit Blutrache“ war Nadjas Kommentar. Ich möchte mir selber einen Eindruck von dieser entlegenen Region im Großen Kaukasus an der Grenze zu Abchasien und Russland verschaffen. In Tbilisi treffe ich mich mit Christin und Felix und wir besteigen den Nachtzug nach Zugdidi. Angekommen – wir sind die letzten im Zug und der Schaffner trägt Felix auch noch sein T-Shirt nach. Mit der Marsrutka geht es entlang steiler Abhänge in Richtung Mestia. Das letzte Stück des Weges ist abschüssig und so lässt sich Benzin sparen indem der Motor ausgeschaltet und der Schwung ausgenutzt wird, den haben wir! Ein „langsam, langsam“ der ausländischen Mitfahrer sorgt beim Fahrer nur für noch mehr Vergnügen.

Abgeholt werden wir von Soja Goshteliani, unserer Wirtin. Die Familie Goshteliani ist stolzer Besitzer eines Turmes. Die Türme prägen das Bild aller Orte im Oberen Svanetien. Da diese so errichtet sind, dass ein Großteil der Masse in den unteren vier Metern des Turmes liegt, sind sie bei Erdbeben und Lawinen besonders stabil und so stehen sie bereits seit dem 12. Jahrhundert. Zudem dienten sie dem Schutz bei Angriffen von außerhalb bzw. von verfeindeten Familien. Mir scheint es jedoch, als sei ganz Mestia eine Familie.

In den nächsten Tagen werden wir gemästet, drei Mahlzeiten täglich oder ein Lunchpaket, welches wir nicht einmal mit Hilfe weiterer Touristen verdrücken können. So bekommen wir einen Eindruck der svanetischen Küche – viel Fett, denn in den Bergen braucht man halt Energie.

Neben dem Essen stehen Wanderungen, ein Ausflug nach Ushguli, der höchstgelegensten Siedlung Georgiens, und der Besuch des ethnographischen Museums von Svanetien auf dem Programm.

Die Landschaft ist beeindruckend – in alle Richtungen schneebedeckte Berge und davor die Farben des Herbstes. Am letzten Abend bekommen wir noch ein Privatkonzert svanetischer Volksmusik und müssen aus Höflichkeit zwei Mahlzeiten verdrücken.

Begeisterung für diesen Fleck Erde und seine Menschen und der Gedanke „ich komme wieder“!